FRAGMENTS OF NOISE AND BLOOD

for bass clarinet, violoncello, percussion, piano and electronics (2009)

duration: ca. 23 min

first performance I-V: philharmonie essen, april 2009
e-mex ensemble

first performance complete version I-VI: berlin, akademie der künste 2010
ensemble mosaik

fragmente:

1. in mir selbst
2. das fast perfekte gleichgewicht von kraft und zurückhaltung
3. apotheose des absurden
4. das kapital chaos
5. unaussprechliches rot
6. ich will die unsterblichkeit nur damit das blut durch die ären fließt


Eyjafjallajokull

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(live recording ensemble mosaik, berlin)

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notes:

Texte aus dem Programm des Konzerts am 3. Juni 2009 - Philharmonie Essen von Stefan Drees

(...) Im Gegensatz hierzu arbeitet Luís Antunes Pena in seinen "fragments of noise and blood" mit isolierten Klangkomponenten, die auf jeweils unterschiedliche Weise miteinander in Beziehung gebracht werden. Jeder der fünf kurzen Sätze basiert auf einer genau durchdachten Klangsituation, deren Möglichkeiten musikalich ausgestatet werden. Wesentlich Gestaltungselemente hierbei sind Klänge mit wechselden Geräuschanteilen, deren Einsatz und Kombination zu immer neuen Klanggestalten führen. Klar bestimmte Tonhöhen nutzt Pena etwa im dritten Stück ("apotheose des absurden"), wo durch besondere Artikulationen aus dem gleichmäßig dahinfließenden Klavierpart eine melodische Struktur herausgearbeitet und mit den Klängen von Granitplatten konfrontiert wird. Einen höheren Greäuschanteil besitzen hingegen die so genannten "multiphonics" (Mehrklänge) der Klarinette, die der Komponist im ersten Stück ("in mir selbst") zu fragilen Gebilden formt und gleitenden Tonhöhen des Violoncellos sowie elektronischen Geräuschzuspielungen entgegenstellt. An anderen Stellen wiederum - so im zweiten Stück ("das fast perfekte gleichgewicht von kraft und zurückhaltung") - greift Pena vorwiegend auf Klänge mit hohem Geräuschanteil, wie gestriechenne Becken, zurück, die er in subtiler Rhythmisierung einsetzt. Indem er die geforderten Mittel immer äußerst sparsam verwendet, schafft er eine Reihe miniaturartiger Satzgebilde, deren fragmentarischer Charakter durch die tagebuchähnlichen Untertiel unterstrichen wird. (...)

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